Netz-Netzkritiker

Menschen, die im Netz über das Scheitern von Netzthemen schreiben, haben etwas Deutsches. Teile dieser Gesellschaft, die für ihre Analyse immer Anderes brauchen, Teile dieser Gesellschaft benennen müssen: Ich distanziere mich auf’s Deutscheste von solchen wohlfeilen Fremdbezichtigungen. Und ich gebe euch die Schuld, Menschen, die ihr außerhalb innerhalb schreibt. Ihr entkommt hier der Realsatire nicht. Genau wie dieses Stück natürlich…

Die Absurdität der Kritik im Kritisierten selbst macht gewisse Szenarien eigentlich unschreibbar, den Beschreiber zumindest zu einer deutschen Feigheit. Rückblickende Kommentare des Pessimismus bleiben eine Schande – auch für die größeren Götzen unter den Bloggern und Journalisten. Wer genau gibt ihnen das Recht, sich selbst aus der Öffentlichkeit und Gesellschaft herauszunehmen? Oder gar im Netz das Scheitern von Netzthemen zu beklagen?

Das Ende der Arbeitsteilung

Es ist genau diese Anmaßung, die unter Internetbedingungen immer klarer hervortritt. Die selbstherrliche Arbeitsteilung der alten Zeit, in der sich die Medienpersonen als Berichterstatter, als 4. Gewalt, nachgelagerte Instanz für das geschehene Handeln Anderer in der Gesellschaft sehen durften, ist vorbei. Menschen, die im Netz über das Netz schreiben und es als gescheitert postulieren… das ist die Parabel für diesen Wandel: Sie sind während ihres Tuns bereits lächerlich. Auch Netizens können alte Säcke werden.

Dies hier ist natürlich kein Denkverbot. Aber eine Warnung, dass sich einige Haltungen peinlich überlebt haben. Jede Meldung ist im schnellen Netz Politik, bereitet nicht mehr auf den Urnengang alle vier fünf Jahre vor, wie früher. Wer im Netz ist, ist Live-Gesellschaft, Handelnder, nicht Beobachter. Doch die Jugend von gestern ist Kommentator heute. Glückwunsch. Nen Raiders?

Es grüßt in die Runde,
Euer Twix mit Keks


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